Großzügig = glücklich?!

Schöne Geschenke finden und dann Meckereien über das Weihnachtsessen auch mal überhören können - rund um Weihnachten können wir uns so richtig gut ausprobieren im Großzügig-sein. Da ist es besonders gefragt und gefordert. Wie gut tut es eigentlich, ein großzügiger Mensch zu sein? Eine Erforschung.









“Es ist eigentlich unlogisch und widerspricht den Grundsätzen der Ökonomie, aber: Für viele ist es schöner zu schenken als beschenkt zu werden."

Manchmal ticken wir Menschen ein bisschen komisch. So sehen das zumindest Verhaltensökonomen. Denn mittlerweile weiß man nicht nur, dass Menschen sich richtig gut fühlen, wenn sie großzügig sind, sondern jetzt hat ein Team an der Uni Zürich auch zeigen können, was sich dabei im Gehirn tut (und dass es eben nachweislich happy macht, zu schenken). Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Untersuchung hat man gesagt sie bekämen Geld. Eine Gruppe musste es für andere ausgeben. Die andere durfte es nur für sich selbst ausgeben. Rausgekommen ist (nach weiteren Schritten im Experiment), dass die Menschen, die andere beschenken sollten, auch großzügigere Entscheidungen getroffen und sich weit glücklicher gefühlt haben.


Großzügig sein, das meint aber nicht, dass man selbstlos sein muss. Oder Millionen verschenken soll. Oder immer die teuersten Geschenke besorgen soll, die man sich vielleicht gar nicht leisten kann oder will. Oder dass man sich aufopfern soll. Gemeint sind durchaus die kleinen Großzügigkeiten. Mal jemandem unter die Arme greifen. Nicht immer stur auf seinem Standpunkt beharren. Aufmerksam sein. Ein offenes Ohr anbieten. Eine kleine Nettigkeit. Ein selbst gebackener Kuchen. Milde zu sein, wenn die Familie nervt. Und auch großzügig mit sich selber zu sein, indem man sich halt auch zugesteht, dass man genervt ist.


"Ich mag dich, Großzügigkeit", sagt die Dankbarkeit


Großzügigkeit erzeugt Dankbarkeit. Dankbarkeit belohnt und führt zu Großzügigkeit. Die beiden hängen zusammen. Wie zwei Seiten einer Medaille. StudienautorInnen aus Kalifornien sagen, das ist gut und wichtig so, denn das stärkt unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Das ist eine Art sozialer Kitt, denn wenn Großzügigkeit und Dankbarkeit im Spiel sind, dann tut das immer beiden Seiten gut (also EmpfängerIn und GeberIn). In Kalifornien hat man verschiedene Untersuchungen und Interviews mit Holocaust-Überlebenden gemacht und dabei hat sich gezeigt: Auch wenn ihnen noch so großes Leid zugefügt worden war, die Dankbarkeit für die kleinen Unterstützungen wie ein Kleidungsstück, etwas zu essen, hat ihnen geholfen, weiter an Menschlichkeit und eine gute Zukunft zu glauben.


Geben, nehmen, großzügig sein, dankbar sein. Sie gehören zusammen. Brauchen einander und wollen in Balance sein. Dann geht´s allen gut. Wieviel Großzügigkeit willst du jetzt leben? An den Weihnachtsfeiertagen? Und wie willst du deine Dankbarkeit ausdrücken?

Happy Feiertage!



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