Meditation ist pure Medizin

Tobias meditiert schon lange. Und nicht nur an sich selbst erkennt er die positiven Effekte seiner Meditationspraxis, sondern er sieht sie natürlich auch an seinen PatientInnen.



Zum Tag der Seelischen Gesundheit im Oktober hat er sich noch einmal bewusst gemacht, dass das auch messbare Auswirkungen sind:


“Mich persönlich fasziniert immer wieder besonders, dass Meditation nicht nur nachweisbare positive Auswirkungen auf verschiedene Körperfunktionen hat, sondern bei regelmäßigem Training auch die Morphologie des Gehirns verändert: Neuralkreise werden aktiviert und es bilden sich neue Fortsätze und Kontaktstellen zwischen den Nerven. Sogar die sogenannte graue Masse gewinnt durch regelmäßiges Meditieren an Volumen. In dem Fall spricht man von Neuroplasitizität.”

Während man früher gedacht hatte, dass das Gehirn eines erwachsenen Menschen sich nicht mehr wesentlich verändert, wissen wir heute, dass unser Gehirn praktisch das ganze Leben lang äußerst formbar bleibt.


Für mich heißt Meditative Medizin also, dieses Potenzial der Neuroplastizität für positive Veränderungen zu nutzen.


Was tibetische Mönche Besonderes unter der Haube haben

Eine der ersten großen und auch bekanntesten Studien zu solchen Veränderungen in der Gehirnstruktur stammt von dem US-amerikanischen Hirnforscher Richard Davidson. Er hat umfangreiche Untersuchungen an meditierenden tibetischen Mönchen durchgeführt.


Dabei konnte Davidson deutlich belegen, dass erfahrene Mönche die Fähigkeit besitzen, den präfrontalen Cortex und das limbische Zentrum zu stimulieren. Das ist genau die Region in unserem Gehirn, die mit Dingen wie Erkenntnis, positiven Emotionen und einer Regulierung unserer Gefühle in Verbindung gebracht wird.

Mehr Hirn dank Meditation

Eine weitere Untersuchung zeigte: Meditation bewirkt eine stärkere positive Veränderung von Nervenfasern im Gehirn als reine Entspannungsübungen. Konkret haben Wissenschaftler demonstriert, dass eine regelmäßige meditative Praxis zu einem schnelleren Signalfluss im anterioren cingulären Cortex bewirkt. Das ist der vordere Teil der Hirnrinde, der mit der Kontrolle von Emotionen und mit der Fähigkeit zur Konfliktlösung in Verbindung gebracht wird.


Darüber hinaus führte eine Studie der deutschen Hirnforscherin Dr. Britta Hölzel zu der verblüffenden Erkenntnis, dass #Meditation eine Zunahme der grauen Substanz (Hirnzellen) fördert.


Geistig fit bis ins höhe Alter hinein per Yoga und Meditation

Eine Studie aus Deutschland und den USA zeigt, dass Meditation und #Yoga die negativen Effekte von Alterung auf Intelligenz und Gehirn verringern. Gewöhnlich lassen mit zunehmendem Alter unsere kognitiven Fähigkeiten nach. Zu diesen zählt die sogenannte fluide Intelligenz, also die Fähigkeit neuartige Aufgaben zu lösen. Doch jetzt haben Forscher festgestellt, dass die fluide Intelligenz bei erfahrenen Yoga-Praktizierenden und Meditierenden deutlich weniger schnell abnimmt als bei Menschen, die keine solche Praxis ausüben.

Meditation ist sogar gut für die Gene

Eine internationale Forschergruppe um Dr. Perla Kaliman hat außerdem herausgefunden, dass sich Meditation sogar positiv auf die sogenannte Genexpression, das ist die Regulation der Aktivierung und Deaktivierung der Gene, auswirken kann. Diese ForscherInnen konnten klar aufzeigen, dass durch Achtsamkeitsmeditation die Aktivierung der mit Entzündungsreaktionen in Zusammenhang stehenden Gene gesenkt werden kann.


Eine weitere Studie zeigt, dass sich Achtsamkeits- und Entspannungstechniken positiv auf die Aktivität jener Gene auswirken, welche für die Immunfunktion, den Energiestoffwechsel und die Insulinausschüttung verantwortlich sind.


Wer braucht noch mehr Gründe, um sich für den Anfang einfach einmal ruhig hinzusetzen. Die Augen zu schließen. Und sich auf seine Atmung zu konzentrieren?


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